Ein Thema das so langweilig ist dass ich drüber reden muss. Beginnen wir einfach mal ganz vorn:
Der Busfahrer, ist nach der Berufsordnung Nr. 714 (BO 714) ein anerkannter Facharbeiter für die Personen- und Güterbeförderung. Wikipedia sagte mir das der Busfahrer Aufgrund seiner Ausbildung, zum sicheren und verantwortungsvoll selbständigen Führen von Kraftfahrzeugen, sowohl im Personen- als auch im Werk- bzw. Güter- Nah- und Fernverkehr qualifiziert sei. Die dreijährige duale Ausbildung gliedere sich dabei in die zwei Bereiche, des Personen- und Güterverkehrs.
Jetzt stellt sich mir schlagartig die Frage, wie groß der Ausbildungsanteil für den Umgang von Personen die zu transportieren sind davon ist. Oft habe ich mich eher wie ein lästiger Güter gefühlt, der dem Busfahrer noch aus seinem zweiten Teil der Ausbildung bekannt ist. Das tolle ist ja dass man über Busfahrer immer lestern und jammern kann, das hat verschiedene Gründe:
I - Jeder hat schon mal Erfahrungen mit einem Busfahrer gemacht und die schlechten bleiben einem prägnanter im Gedächtnis.
II – Bei uns Deutschen gibt’s eine bestimmte „Fehl-“ Entwicklung der Meme, die uns zum jammern verdammen falls wir selbige nicht erkennen und ignorieren können. Das heißt wenn ich jetzt sage: „Busfahrer sind unverschämte Arschlöcher!“ dann würden viele einsteigen (welch geflügeltes Wort) und sagen; „ja der Mann hat recht, ich wurde neulich fast überfahren, verdammten Busfahrer!“
In anderen Ländern/Kulturen/Sprachgebieten wirkt sich daher ein ganz anderer Umgang auf die Provokation aus. Viele Psychologen leiten daraus sogar einen Faktor ab, der die Entwicklungen der Weltkriege notwendig war. Ich will jetzt nicht den Rahmen sprengen, das kann ich noch mal in nem Extra Blogeintrag ausführen.

Also ich hab in den letzten Jahren verschiedenste Eindrücke über die Busfahrer gewinnen können, die oft in Extreme ausarteten. Zum Beispiel gab es lange Zeit einen Busfahrer, der auf der Linie 11 vom Schinkel zum Neumarkt ständig Schoten gerissen hat. Ob’s nun Witze waren oder Randbemerkungen über Haltestellennamen, das Niveau bewegte sich zwischen schlecht und so schlecht dass es wieder Lustig war.
Dann wiederum hatte ich mal einen Busfahrer der mehr oder weniger am austicken war: „NACH HINTEN DURCHGEHEN VERDAMMT NOCHMAAA! NACH HINTEN!!! ICH FAHR NICHT MEHR WEITER!“ Als er dann eine kleine Pause machte, nach hinten durch ging, sogar Leute per Hand weiter nach hinten drücken wollte gaben einige auf und stiegen in den nächsten Bus der inzwischen schon hinter dem Bus stand.
Vor ein paar Tagen hab ich dann einen Busfahrer beobachtet der mir sehr imponierte. Ein Rentnerehepaar zusammen etwa 160 Jahre alt nervte ungemein mit Fragen wo man denn hier einkaufen kann, wo wir uns befinden, wo man aussteigen muss zum einkaufen und verschiedensten Lebensgeschichten folgten. Durch meine gesammelten Erfahrung dachte ich mir also gleich schaltet der Busfahrer auf stumm, klopft auf das Schild nicht mit dem Fahrer reden oder schreit wild um sich. Doch was machte er? Er beruhigt die Rentner und zeigt ihnen sogar wo die Große Straße ist, gibt Tipps wo man sich zum Beispiel auch mal in ein Café setzen kann - also das hat mich schon sehr überrascht.

Einmal habe ich eine sehr chillige Erfahrung gemacht als ich Nachts auf den Weg zum Vorsaufen mit den Kumpels für einen Discobesuch war und daher meinen MP3 Player aus Unhandlichkeitsgründen zu Hause lies (Wobei das war noch zu MD-Player Zeiten der war echt klobig). Vielleicht lag es an dem durchschnittlich recht jungem Klientel, vielleicht aber auch nur an der unglaublichen Coolnes des Busfahrers, jedenfalls legte er sehr funkige Tracks in sein CD-Player, was einen richtig auf einen Partyabend einstellte ohne bedrückend zu wirken. Wie gesagt ich hatte bis dato noch nichts getrunken, da war wirklich gute Musik im Bus, sensationell.
Ach es gibt so viele Geschichten über Busfahrer, wenn ich jetzt noch mit den Storys anfangen würde, die allein nur mit den Fahrgästen zu tun haben, es würde den Blogger-Server zum Absturz bringen.
Ich möchte dann aber noch den Punkt des Philosophieren und Dahinvegetieren während einer Busfahrt anhängen.

Also wenn ich nicht grade wen bekanntes zum labern dabei hab denke ich beim Busfahren ziemlich viel nach, weil ich sonst durch die vielen Unterhaltungsmedien gar keine Zeit mehr dafür finde. Ich überleg mir z.B. was ich hier in den Blog schreiben soll, manchmal denke ich auch über die unglaubliche Leichtigkeit des Seins nach, oder warum Klose die 100%ige gegen Pirmasens nicht rein gemacht hat, ich überlege was ich noch machen muss oder grad gemacht hab, oder warum die dicke Tuse da vorn unbedingt Bauchfrei tragen muss. In sofern hat das Busfahren eine gewisse spirituelle Phase in meinem Alltag eingenommen die ich trotzdem gern missen würde.

Tja ich würde sagen ich habe grade die magische Langweiligkeitdurchlängeeinesinternettextesgrenze passiert, weshalb ich euch jetzt wieder ein paar Bilder in den Artikel rein packe. Es sind Skribbels für den Printdesign/Gestaltungstechnik Unterricht, denkt euch selbst was dazu aus ich hab keine Lust heute noch irgend eine Zeichnung von mir zu erklären. Sie sind in gewisser Hinsicht gar nicht mal so unpassend zum heutigen Thema daher dachte ich stell ich sie mal rein. Ich war zu faul zum Scannen daher hat meine Web-Cam herhalten müssen ;)